Nootropics – MOD – Gaming Supplements – Doping

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Als Nootropics werden allgemein Substanzen bezeichnet, welche die kognitive Leistung – also die Gehirnleistung – erhöhen bzw. das zentrale Nervensystem stimulieren. Dabei dürfen sie aber nicht mit Dopingmitteln verwechselt werden, denn Nootropics sind ungiftige Substanzen (anders als z.B. Amphetamine) und obendrein völlig legal. Im eSport Bereich bekommen Substanzen dieser Art immer größere Bedeutung, denn professionelle Spieler sind mindestens genauso ausgelastet wir Profi-Fußballer. Generell supplementieren alle professionellen Spieler einer Sportart gewisse Substanzen, denn wann immer man seinen Körper oder Geist an seine Grenzen bringt, gibt es Spielraum für Optimierung. Oftmals geht es dabei auch um schnellere Regenerierung, was im Profibereich den wahrscheinlich größten Vorteil bringt, denn eSport Turniere gibt es bereits unzählige und es werden immer mehr.

Konzentration fördern – ohne Leistungsabfall

Gewöhnliche Stimulanzien wie Koffein verlieren nach einiger Zeit ihre Wirkung und führen danach zu einem Leistungsabfall. Wer Kaffee trinkt und nicht bereits immun gegen die geringe Menge Koffein ist, wird dieses Phänomen beobachten können. Gaming Supplements müssen also langfristig das zentrale Nervensystem verbessern, denn ein Leistungstief nach 2 Stunden können sich professionelle Gamer einfach nicht leisten. Diverse Gaming Supplements setzen daher auf einige Substanzen, die immer wieder vorzufinden sind.

1. Cholin

Verschiedenste Formen von Cholin sind in fast allen Supplementen zur Konzentrationsförderung enthalten. Während Cholin die Grundlage zur Bildung des Neurotransmitters Acetylcholin ist, wird dem Wirkstoff außerdem eine positive Auswirkung auf Nervenbahnen und Gedächtnis zugesprochen.

2. L-Theanin

Die Aminosäure Theanin gilt als Nootropikum (Nootropics) und hat erwiesenermaßen Auswirkungen auf Gehirnwellen. Nach Einnahme von L-Theanin konnte eine Erhöhung der Alpha-Wellen gemessen werden, die einen Zustand der Entspannung widerspiegeln. Die Idee ist es, dass diese Substanz dem Spieler hilft in Stresssituationen keine Panik zu bekommen und entsprechend reagieren zu können.

3. L-Tyrosin

Tyrosin ist unter anderem die Ausgangssubstanz für Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin. Wer in der Hitze des Gefechts also genug davon ausschütten möchte, muss auch dafür sorgen, dass dafür ausreichend Ausgangssubstanz vorhanden ist.

Diese drei Substanzen haben beinahe alle konzentrationsfördernden Supplemente gemeinsam. In den meisten finden sich noch diverse Pflanzenextrakte, denen ebenfalls eine positive Wirkung auf Gehirn und ZNS (zentrales Nervensystem) nachgesagt wird.

Bedeutung im eSport

Wie bereits erwähnt sind Gamer mindestens genauso gefordert wie andere Profisportler. Keine andere Sportart kommt an die hohen kognitiven Anforderungen des eSport heran. Um diesen Belastungen längerfristig Stand halten zu können, brauchen Spieler in erster Linie Pausen und bestenfalls körperliche Betätigung als Ausgleich. Während eines Turniers kommt der Profispieler jedoch kaum zu Pausen und steht quasi permanent unter Strom. Wenn die Spieler sich nicht gerade in einem Match befinden, dann bereiten sie sich auf das nächste vor. Die geistige Belastung erreicht eine Spitze, die Leistungsfähigkeit darf aber keinesfalls abnehmen und genau hier kommen Nootropics zum Einsatz. In der eSport Szene ist das Gaming Supplement MOD am bekanntesten und kann über Amazon.com bestellt werden. Das Pendant von der deutschen Amazon-Seite, mit beinahe gleichen Inhaltsstoffen, wäre Optineuro. Wer auf ein ordentliches Gaming Supplement nicht verzichten möchte, aber auch nicht rund 50€ ausgeben will, kann sich sein eigenes Supplement zusammenstellen.

Die drei Substanzen

  • L-Theanin
  • Cholin
  • L-Tyrosin

sind allesamt ebenfalls über Amazon, oder fast jedem Supplementelieferanten erhältlich – und das zu sehr günstigen Preisen. Vorteil bei dieser Variante wäre, dass man alle Substanzen in effektvollen Dosen zu sich nehmen würde. Ein Beispiel dafür wäre Theanin, das üblicherweise als 400-500mg Kapseln verkauft wird, aber in einer Portion Optineuro nur 150mg davon enhalten sind.

Sind Nootropics legal?

Da Nootropics zu einem großen Teil bereits in der Ernährung vorkommen und ungiftig sind, sind sie in so gut wie allen Ländern absolut legal. Dennoch solltest du dich für dein Land über jeweilige Bestimmungen erkundigen, bevor du dir Gaming Supplements bestellst. Während diese Substanzen auch bei eSport Turnieren völlig legal sind, werden andere als Doping klassifiziert und sind nicht erlaubt.

Größtenteils geht es dabei um die verschreibungspflichtige Substanz Adderall, das hierzulande dem Ritalin stark ähnelt. Ritalin ist stark konzentrationsfördernd und kommt häufig bei ADHS Kindern zum Einsatz. Rund einen Monat vor dem TI5 gab Profispieler Kory „Semphis“ Friesen ein Interview auf seinem Youtube-Channel, in dem er über seine eigenen Erfahrungen mit Adderall und deutet an, dass alle Profispieler in der ESL mit ähnlichen Substanzen dopen würden.

Das ganze Interview mit Semphis:

ESL und NADA setzen Maßnahmen

Die ESL reagierte entsprechend schnell und führte bereits im Jahr 2015,  in Zusammenarbeit mit der NADA (Nationale Anti-Doping Agentur), erste Doping-Tests bei der ESL One Köln ein. Laut NADA wurden kostengünstige Hauttests auf rund 300 verbotene Substanzen durchgeführt. Neben dem oben genannten Adderall werden auch häufig Beruhigungs- und Schmerzmittel eingesetzt, um den chronischen Nacken- und Handgelenksschmerzen entgegen zu wirken. Dennoch gilt der eSport Bereich, was Doping betrifft, noch als unsicheres Terrain, denn für flächendeckende Doping-Tests fehle das notwendige Geld und Personal. Sieht man sich die Preisgelder bei den größten eSport Events an, fällt einem schwer das zu glauben. Spätestens wenn eSport in Deutschland als offizielle Sportart anerkannt wird, muss es solche Tests öfter geben.

Einfluss auf den Sporwetten Bereich

Die fehlende Kontinuität der Doping-Tests im Profibereich, haben indirekt auch Einfluss auf eSport Wetten. Ohne Namen nennen zu wollen und mit dem Finger auf Teams zu zeigen, möchten ich nur darauf hinweisen, dass erst kürzlich ein eSport Team bei einem Turnier erfolgreich war, bei dem sie als Außenseiter angetreten sind. Kontrollen? Natürlich nicht, war ja auch ein eher kleines Event! Dass es dabei trotzdem um insgesamt 100,000$ ging, wird zum jetzigen Zeitpunkt noch ignoriert.

Von den eSport Wettanbietern gibt es keine Reaktion, ist für sie auch nicht notwendig, denn Bookies passen die Quoten den bereits platzierten Wetten an, sodass der Buchmacher unabhängig vom Ergebnis zu seiner Marge kommt. Alle die ihr Wetten schon vor Turnierbeginn platzieren, tun sich damit keinen Gefallen. Abgesehen von dem immer präsenter werdenden Doping-Thema gibt es noch eine Reihe anderer Gründe sich erstmal die Performance der Teams anzusehen, bevor man seine Wetten platziert. Zu viele Faktoren spielen eine Rolle, sodass man die Leistungen der Teams im Vorhinein nur schwer einschätzen kann.