CS:GO Update – 7 Tage Handelssperre für Skins

Bernhard

In der Nacht zum Karfreitag wurde ein weiteres Update für Valve’s Taktik-Shooter Counter-Strike: Global Offensive veröffentlicht. Neben kleinen Änderungen auf den Maps Nuke, Dust II und Canals gibt es nun auch Beschränkungen beim Handeln mit Skins und Items.

Bugfixes und Mapänderungen

Bevor wir zur großen Änderung beim Traden kommen, schauen wir uns erstmal die Änderungen im Spiel an. Neben kleinen Bugfixes, die bei wenigen Spielern aufgetreten waren, gibt es auch vereinzelt Änderungen an drei Maps, wovon nur eine (Nuke) im kompetitiven Counter-Strike gespielt wird. Dort wurde die Squeaky-Tür vor dem Bombenspot A etwas zurück verschoben, um einen besseren Blick Richtung Hut zu geben. Ebenfalls wurden kleine Kisten im Squeaky-Raum aufgestellt, um so für etwas Deckung zu sorgen. Außerdem wurden die Ecken auf dem Kran auf dem A-Spot bearbeitet, sodass es nun keine Ecken mehr gibt, die ungünstig für ein weiches Bewegen sind. Das gleiche Verfahren wurde auf dem Dach in der Nähe des T-Spawns durchgeführt. Des weiteren wurden die Farben der neuen Boxen auf der Bombseite B und der kleinen roten Box bei Outside geändert.

Für Dust II wurde ein One-Way-Wallbang vom CT-Spawn zum Catwalk entfernt und kleine Bugs behoben. Für Canals wurde die B-Lobby in Richtung Stairs etwas weiter geöffnet. Auch hier wurden Ecken “smoother” gemacht. Des weiteren wurden unsichtbare Gebiete im Bereich der A-Site verhindert und einige “Pixelwalking”-Exploits behoben.

7 Tage Handelssperre für gehandelte Items

Zusätzlich zu den Änderungen im Spiel hat Valve einen weiteren Punkt im Changelog hinzugefügt: “CS:GO items received in trade cannot be re-traded for seven days” – CS:GO-Items, die in einem Handel erhalten wurden, können für 7 Tage nicht weitergehandelt werden. Durch diese massive Änderung möchte Valve die unbeabsichtigte Nutzung des Handels reduzieren, wobei die Anzahl der Third-Party-Seiten im Laufe der Zeit immer mehr zunimmt, was zu mehreren Betrugsfällen führt, mit dem Ziel, den Handel zwischen den Spielern wieder zu vermehren.

Skins, die man sich im Steam-Marktplatz kauft, haben schon seit mehreren Jahren eine 7 Tage-Handelssperre. Neu kommt jetzt auch hinzu, dass man einen Skin, den man irgendwie erhält, praktisch für 7 Tage nicht weiterhandeln kann – außer, man öffnet Kisten im Spiel, die keine Handelssperre haben, dann kann man den erhaltenen Skin auch handeln.

Shitstorm nach Update

Dass Valve mit dieser Änderung auf kein positives Feedback stößt, sondern es eher in einem Shitstorm ausartet, ist wohl nachvollziehbar. Das amerikanische Entwicklerstudio versucht seit etlichen Monaten, Betrüger – einzelne User, als auch ganze Webseiten – das Handwerk zu legen. Eine kleine Fahrt zurück in die Vergangenheit: der erste Schritt in diese Richtung war der Steam Mobile Authenticator, der im März 2016 verpflichtend eingeführt wurde. Nach dem großen Skin-Gambling-Skandal im Sommer 2016 kündigte Valve an, gegen die Gambling-Seiten vorzugehen. Dies wurde auch gemacht, mehr als 20 Seiten wurden von Karl Quackenbush, dem Anwalt von Valve, im Juli 2016 angeklagt und gedroht, dass es rechtliche Konsequenzen gäbe, wenn die Seiten weiterhin Steam-Accounts (Bots) für kommerzielle Zwecke verwenden (Steam Subscriber Agreement). Einige Seiten machten daraufhin dicht und kamen Monate später wieder – scheinbar ohne Strafe.

Nachdem der Brief des Anwalts bei Reddit aufgetaucht ist, gab es einige Wochen später einen zweiten Brief, um den hart diskutiert wurde, ob er ein Fake sei. Viele Gambling-Seiten nahmen das Risiko in Kauf und versuchten, das, was verboten wurde, zu umgehen. Anstatt auf den Seiten direkt Skins einzuzahlen wurde es dann über einen Drittanbieter gemacht, um diese sich Valve aber nicht gekümmert hatte. Heute wissen wir, dass die Seiten ungehemmt weiter Steam-Accounts als Bots benutzen (auch mit dem alten Einzahlsystem) und so theoretisch gegen die SSA verstoßen, aber trotzdem bisher keine Strafen erhalten haben. Das Thema Skin-Gambling ist natürlich auch mit dem Bereich eSport Wetten verbunden, die von uns beworbenen Bookies verzichten jedoch auf diese Art der Einzahlung.

Angriff auf Betrüger und Gambling-Seiten

Valve schreibt in ihrem offziellen Statement, dass sie den Handel zwischen den Spielern erhalten möchten. Mit den “automatisierten Steam-Accounts” und den Drittanbietern-Services sind also sowohl Trading-Seiten (Seiten, wo man mit Bots seine Items handeln kann – dabei verdienen die Seiten pro Handel etwas, da die Preise der eigenen Skins leicht billiger oder die Items der Bots teurer gemacht werden), als auch Gambling-Seiten (Skin einzahlen, etwas spielen, mit Glück mit Gewinn rausgehen und ein besseres Item auszahlen) gemeint. Was Valve in dem Fall aber vergisst, sind die Spieler. Auf der einen Seite möchte man sie schützen, indem man solch eine 7 Tage-Handelssperre integriert, das eventuell die ein oder andere Fake-Trading-Seite vom Netz nimmt, auf der anderen Seite unterbindet man aber dennoch das Handeln zwischen den Spielern.

Natürlich möchte Valve neben den Trading-Seiten auch gegen die Gambling-Seiten vorgehen, auch wenn es nicht direkt kommuniziert wurde. Die Schritte in den vergangenen Jahren haben die Webseiten sichtbar nicht beeindruckt. Immer wieder las man in den Nachrichten oder auf Reddit von Jugendlichen, teils Kindern, die mehrere tausend Euro durch das Zocken verloren haben, bis heute melden sich immer mehr User und appellieren an andere. Seit Juli 2016 nahm Valve keinen weiteren Versuch vor, das Skin-Gambling auszulöschen, da auch Valve an den Gambling-Seiten indirekt mitverdient, ohne sie überhaupt zu kennen. Valve weiß, dass es Skin-Gambling gibt. Und das schon länger, nicht erst seit Sommer 2016. Im Januar 2015 kam groß die Meldung raus, dass im professionellen Counter-Strike Matchfixing, also das bewusste Verlieren eines Spiels und das Wetten auf den Gegner mit dem Ziel, mehr Geld zu gewinnen, als das Turnier damals bietete, betrieben wurde. Seitdem passierte bei Gabe Newell & Co. nichts, außer einer Sperre für einen Teil der Spieler des Teams iBUYPOWER, die heute teils wieder professionell spielen, da die ESL unter anderem die Spieler für ihre Veranstaltungen wieder daran teilnehmen lies.

Obwohl Valve weiß, was diese Änderung für ein Ausmaß hat, machen sie diese Änderung und verallgemeinern so alle User, sei es ob ganz gewöhnlicher User, Betrüger, Skin-Trader oder “Gambler”. ” Wir sind uns jedoch bewusst, dass die heutige Änderung auch für einige Spieler störend sein kann heißt es im Statement, das scheint ihnen wohl egal zu sein.

Als Beispiel: Der User kauft sich einen Skin im Steam-Marktplatz, bemerkt im Spiel dann, dass der Skin “anders” aussieht als gewollt (bspw. wegen Stickern auf der Waffe, einen hässlichen Muster oder einer komisch aussehen “Float”) und möchte das Item weiterhandeln. Dies könnte er vor der neu eingeführten Handelssperre entweder mit Usern bei Steam oder auf den oben genannten Trading- bzw. Gambling-Seiten machen. Ab heute muss er erstmal 7 Tage warten und kann dann erst handeln – und so könnte die Kette immer weiter gehen, wenn einem weiteren User der Skin nicht gefällt.

Des weiteren gibt es viele Spieler oder Skin-Trader, die am Tag mehrere Mal ihren Skin auf den Handelsseiten handeln, um so immer mal wieder verschiedene Skins ausprobieren zu können – obwohl die Seite bei jedem Handel etwas Gewinn und der Spieler etwas Verlust macht. Nun wird das auch verhindert. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass Webseiten wie OPSkins oder Bitskins, die einen eigenständigen Marktplatz für Steam-Items haben, nun vor erheblichen Problemen stehen. OPSkins hat sich dazu bereits geäußert und schreibt, dass die Skins, die man verkaufen möchte, erst einmal 7 Tage in dem Account der Seite sind, ehe sie verkauft werden können, damit User dennoch direkt einen Skin erhalten, wenn sie ihn dort kaufen und nicht erst 7 Tage warten müssen.

Die ersten Folgen

Kurz nachdem die Änderungen in Kraft getreten sind, gibt es schon erste sichtbare Folgen der Handelssperre. Viele User sind besorgt und verkaufen ihre Skins im Marktplatz, was zur Überflutung dessen führt. Des weiteren versuchen viele, ihre Skins bzw. Coins auf den Gambling-Seiten schnell auszahlen zu können, bevor die Seiten eventuell dicht machen. Bei den meisten CS:GO-Skin sieht der Graph für den Preis des Items folgendermaßen aus:

Die Skin Preise fallen nach der Einführung er 7 Tages Handelssperre
Für die anderen mag es aktuell eine Qual sein, denn ihre Skins verlieren immer mehr an Wert. Auf der anderen Seite ist es vielleicht für die Leute ganz gut, die sich schon immer mal einen Skin kaufen wollen, für diesen aber nicht so viel Geld ausgeben möchten. Skins, die vor wenigen Wochen noch über 260€ gekostet haben, werden aktuell teilweise für 190€ verkauft. Die Zeit zum Investieren in die Skins ist nicht gerade die beste. Die Community kann nur hoffen, dass sich das ganze zeitnah stillt und das Valve ihre Meinung schnell überdenkt, bevor es zum völligen Crash kommt – denn keiner weiß, wie es nächsten Monat aussehen wird. Unwahrscheinlich ist es auch, dass es ein vorgezogener Aprilscherz ist, obwohl sich das sicherlich viele wünschen würden.

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