Cheating in eSports – Ein CS:GO Problem?

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CS:GO Hacks und Cheats

In den letzten Monaten ist der Lärm um Cheater in der professionellen eSport Szene immer lauter geworden. Klar, wenn Beträge in Millionenhöhe auf dem Spiel stehen, finden sich bestimmt auch Personen, die zu unerlaubten Hilfsmitteln greifen. Das betrifft meines Erachtens sowohl Hacks als auch Doping. Doch unterliegen so große Events nicht sehr strikten Sicherheitsmaßnahmen, sodass Spieler weder Hacken noch Dopen können? Unglücklicherweise scheint alles weniger streng als geglaubt und Cheats können fatale Auswirkungen auf das Ergebnis eines Spiels haben, was uns bei eSport Wetten keineswegs entgegen kommt.

Nur CS:GO betroffen?

Während Doping in eSports in verschiedensten Spielen thematisiert wird, scheinen Hacks ein reines CS:GO Problem zu sein. Für kaum ein anderes Spiel werden so viele verschiedene Cheats programmiert. Es gibt beispielsweise sogenannte Aim-Locker, die das Fadenkreuz automatisch auf den Gegner richten, selbst wenn der für einen noch gar nicht sichtbar ist. Einen Schritt weiter gehen sogenannte Wall-Hacks, die einem permanent Umrisse der Gegner zeigen, egal ob hinter einer oder drei Wänden. Etwas subtiler gehen Spray-Hacks vor, die einfach nur die Streuung einer Waffe unter Kontrolle halten.

Aber warum ausgerechnet CS:GO und nicht auch andere Spiele? Ich glaube, weil es bei anderen Games einfach schwieriger ist diese Art Software zu programmieren. Ich bin kein Entwickler und kann deshalb nichts näheres zu den Gründen sagen, ich beobachte nur, dass LoL, Dota 2 und Co. nicht mit dieser Problematik konfrontiert sind, obwohl dort mehr Geld auf dem Spiel steht.

flusha im Fadenkreuz der Community

Die meisten Vorwürfe richten sich gegen flusha. Unzählige Demo-Videos werden auf Youtube veröffentlicht, die „verdächtige Momente“ des schwedischen Spielers zeigen. Zugegeben, als ich die Clips gesehen hatte, dachte ich auch sie seien verdächtig und die Behauptung flusha würde einen sogenannten Aim-Locker verwenden erschien mir beinahe sinnvoll. Auf der anderen Seite werden in diesen Videos wenige Situationen eines Spielers gezeigt, der seit beinahe einem Jahrzehnt professionell CounterStrike spielt. Es fällt mir schwer einen Spieler, der tausende von Stunden mit dem Spiel verbracht hat wegen ein paar Szenen zu verurteilen. Im selben Atemzug möchte ich aber auch sagen, dass ich keineswegs dafür bin die Augen davor zu verschließen. Es sollte aber nicht die Community sein, die einen Spieler verurteilt.

Für alle die sich eines der Videos ansehen wollen:

Anti-Cheat Experte als Lösung?

Valve steckt mit dem VAC (Valve Anti Cheat) System bereits eine Menge Arbeit in die Unterbindung von Hacks. Wer von VAC als Cheater entlarvt wird, ist ein Cheater und andernfalls ist er eben keiner. Dieses Kontrastsehen funktioniert für gewöhnliche Public Games. Natürlich hat man auch mal Hacker in seinen Spielen, doch geht es ja quasi um nichts und das nächste Spiel wird sicher wieder amüsanter. In eSport Spielen sieht es anders aus, es geht dabei um hohe Preisgelder und auch um den Ruf der Spieler bzw. der ganzen eSport Szene. Deshalb wünsche ich mir einen Anti-Cheat Experten, der bei verdächtigen Spielern für Klarheit sorgen kann. Das sollte im besten Fall ein Entwickler sein, der auch semi-professioneller CS:GO Spieler ist.

Community richtet Schaden an

Mit den vielen Cheat-Vorwürfen seitens der Community endet es nicht, denn der negative Hype schadet Spielern, ihrem Ruf und vor allem der Motivation weiterzuspielen. Man muss sich nur vorstellen wie es ist plötzlich von allen Seiten willkürlichen Hass abzukriegen. Die meisten Vorwürfe und Demo-Videos kommen zudem von Leuten, die keine Ahnung von Software-Entwicklung haben und höchstens mittelmäßige CS:GO Spieler sind. Wäre da was dran, würden dann nicht andere Profis als allererstes aufschreien? Immerhin müssen genau die gegen Leute wie flusha spielen. Warum also beschwert sich die Community und nicht die Spieler selbst?