BIU kämpft für mehr Anerkennung

Bernhard

Jakob Wells – CC BY 2.0

Im Bereich des eSports ist Deutschland ein Entwicklungsland. Hier läuft man der Szene in anderen Staaten um Jahre hinterher. Der zuständige Branchenverband Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) ist der Überzeugung, dass dies auch daran liegt, dass eSport in der Bundesrepublik nicht als echte Sportart anerkannt ist. In einem zehn Punkte umfassenden Forderungskatalog der Videospielbranche zur Bundestagswahl 2017 fordert der BIU deshalb, dies zu ändern. Es gebe diesbezüglich dringenden Handlungsbedarf, so die eindrückliche Mahnung des Verbands. Die Branche habe nicht die Zeit, noch einmal eine Legislaturperiode zu warten, bis die Politik endlich entsprechend aktiv werde.

Kann sich der BIU durchsetzen?

Die Frage ist, ob die Forderung des BIU Gehör findet. Einerseits sind unter dem Dach des Verbands 85 Prozent aller Videospiel-Hersteller in Deutschland versammelt – vertreten sind alle großen Unternehmen. Dies gibt dem BIU ein gewisses Gewicht – schließlich vertritt er auch Tausende von Arbeitsplätzen.

Allerdings ist es nicht das erste Mal, das versucht wird, eSport zu einer Sportart erklären zu lassen. In der Vergangenheit scheiterten die entsprechenden Bemühungen immer wieder. Allerdings hat sich auch noch nie ein derart großer Verband wie der BIU darum bemüht. Es ist wohl Absicht, dass der einleitende Satz der Forderung in Richtung der Politik fast drohend klingt: „eSport ist ein Massenphänomen geworden.“

Die Zahl der eSport Events in Deutschland steigt von Jahr zu Jahr und auch die Zuseherzahlen steigen massiv. Immer mehr Jugendliche betreiben lieber virtuell Sport, als vor die Tür zu gehen und sich wirklich körperlic zu betätigen. Dieser Trend darf von der Politik nicht übersehen bzw. übergangen werden. Auch eSports Wettanbieter haben dieses Potential für sich endteckt und immer mehr Unternehmen der Branche bieten Quoten auf Turniere oder Ligen an.